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Herzebrock-Clarholz: Von außerhalb zügig auf die Internet-Autobahn
Herzebrock-Clarholz (das). „Man gibt dem Router Strom und kann sofort surfen.“ Vertriebsleiter Nils Hambloch von der Firma Innofactory zeigt allen Herzebrock-Clarholzern, die sich bisher nur stockend im Internet bewegen können, einen einfachen Weg auf. „Es geht um die deutliche Verbesserung der DSL-Versorgung insbesondere im ländlichen Außenbereich“, erläutert Bürgermeister Jürgen Lohmann gut gelaunt. 

Mal eben schnell die Schweinepreise im Internet abrufen oder sich aktiv bei Pferdeauktionen beteiligen: „Es ist wichtig, dass man auch von diesen Stellen partizipieren kann“, betont Lohmann. Und das Produkt Lokales Internet, kurz L-Net, soll es per Funktechnik richten.

Wie das funktioniert, was es kostet und wann der erste Kunde aus Herzebrock-Clarholz damit ins Netz gehen kann, darüber informierten jetzt Nils Hamblock und sein Kollege Thomas Neumann. „Das Thema begleitet uns seit anderthalb Jahren“, verwies das Gemeindeoberhaupt auf einen langen Prozess.

Mit 90 Prozent, knapp 102 000 Euro, wird das Projekt durch das Land bezuschusst. „Wir sind noch in die Förderung für 2011 hineingekommen“, freute sich Karl-Hermann Schlepphorst aus dem Rathaus. Gemeinsam mit Uwe Schiewe und Michael Brandes hatte er die notwendigen Schritte wie Bedarfsfeststellung und Briefaktion eingeleitet. Das Ausschreibungsverfahren hatte die Firma Innofactory für sich entschieden.

„Jetzt sind wir soweit, dass es losgehen kann“, so der Bürgermeister. In einem ersten Schritt wird ein Funkturm in Rheda-Wiedenbrück eingerichtet. „Der entstehende Funksektor umfasst praktisch die ganze Fläche der Gemeinde“, erläuterte Nils Hambloch. Und er umfasst auch noch Lette und Beelen. Danach brauchen potenzielle Kunden nur noch einen Router, der über zwei größere Empfangsantennen, zwei kleine für W-Lan und vier Netzanschlüsse verfügt, im Haus anzuschließen. „Dann kann es schon losgehen.“ In einem nächsten Schritt wird in Ortslagen, die mehr als 20 Kunden aufweisen, ein zusätzlicher Sender aufgebaut. Nutzer müssen in diesem Fall eine Antenne benutzen, die außerhäusig angebracht wird.

Separat behandelt wird das Industriegebiet, weil dort andere Anforderungen bestehen. „Wir sind wirklich den letzten weißen Flecken los“, stellte Michael Brandes erfreut fest, dass er jetzt allen Herzebrock-Clarholzern eine gute und preislich machbare Netzversorgung anbieten könne. Informationsflyer sind ab sofort im Rathaus erhältlich.